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Jul 20 2010

Wenn Rossi auf Krücken ohne Angst-Gen.

Published by Sonnenanne under Family

Ab JETZT macht es keinen Sinn mehr, diesen Eintrag weiter zu lesen wenn ihr noch NIE auf einem Zweirad mit Motorantrieb gesessen habt. Ich gebe euch mit auf den Nachhauseweg: Nachholen. (Schisser.)

Was ist passiert?

Vor kurzem fragte mich der Erzeuger (der männliche Teil natürlich), ob ich ihn auf ein Motorradrennen begleiten möchte. Aufgrund meines durchaus gut bestückten Terminplans ließ die Antwort noch ein wenig auf sich warten, bis zum Moment als mein Kopf “Wie-bescheuert-bist-du-eigentlich-Klausuren-gerade-rum-heiße-Männer-auf-Motorrädern-und-Papatag-sagst-du-mal-gefälligst-zu-du-Nuss” schrie.

Klar was ich meine, wa? Trotzdem blieb der kleine Zweifel des na ja, so ein Motorradrennen mitten in Sachsen, oder besser am Rande Sachsens, das wird wohl keine Weltklasse sein. Guckst du paar Dorfjugendlichen dabei zu wie sie ihre letzten Testosteronreste auf der MZ suchen.

Schande.Über.Mich.

Wenn man die Pubertät vor allem in der Gegenwart von zwei Kerlen verbringt, die einen Sommer lang ganz männlich an der hauseigenen Schwalbe statt an hausfremden weiblichen Vögelchen rumschrauben, dann hat man zumindest den Namen Valentino Rossi MAL gehört. Und dass er während eines Motorradrennens auch pinkeln geht. Man weiß dann auch, dass sich die Rennfahrer da ganz schön in die Kurve legen. Und auch, hauseigen formuliert: “Das Angst-Gen direkt nach der Geburt wegoperiert wurde.”

Dass der ganze Sachsenring drei Tage im Juli vor gelben Fan-T-Shirts mit der 46 überquillt, Autos für Parkplätze zwei Stunden Schlange stehen, Motorräder im Entengang vorbei ziehen und Familien am Sonntag im Vorgarten sitzen und den vorbeiziehenden Fahrern winken – das alles weiß man da noch nicht.

Das Dulli-Rennen bestand aus ganzen drei Rennen, die Maschinen wurden größer, die Geschwindigkeit höher und die Unfälle verletzender. Die Namen sind bekannt. Das Rennen beliebt. Und Testosteron musste man auf der Strecke nicht suchen. Das war da.

Ich habe zwischendurch überlegt, wie ich das Gefühl wieder auf dem Motorrad zu sitzen (bei dem Papa hinten drauf) in Worten beschreiben könnte. Nach drei Jahren.

Wie man das “aww” in Worte fasst, wenn jemand auf Krücken zum Gefährt geht und fast (damn!) den dritten Platz rausholt.

Wie unterhaltsam so ein betrunkener Buddy vor einem ist, der vorher grölt und schläft, wenn die Maschinen mit 260 durch die Kurve vor einem knallen.

Ich kann es nicht. Wenn Rossi auf Krücken ohne Angst-Gen. Fühlst du dich wie 16.

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