Mrz 08 2010
Absehbare Ehrungen
Wurden heute Nacht verliehen.
Und irgendwie waren die Ergebnisse dieses Jahr so vorhersehbar wie noch nie.
Sandra Bullock und Christoph Waltz haben schon den Rest der Awardsaison abgeräumt – und wurden nun verdient, aber nicht überraschend mit den höchsten Würden der Filmbranche geehrt.
The Blind Side habe ich noch nicht gesehen & will mir daher kein Urteil erlauben, Inglorious Basterds – und besonders der Herr Waltz darin – ist absolut sehenswert. Tarantino sowieso immer.
The Hurt Locker als bester Film: wenigstens nicht Avatar. Der Hype um die großen blauen Männlein darf endlich wieder aufhören. Ja, den habe ich gesehen. Aber seriously: Die 3D-Effekte in den Trailern vorher waren (für mich) um einiges unterhaltsamer als die leuchtenden Gräser beim Wandern durch Fern Gully für Erwachsene. Nun ja.
Aber worüber ich mich wirklich ein bisschen ärgere ist die Auszeichnung für Jeff Bridges. Klar, cooler Typ soweit, guter Schauspieler and so on. Nur: er hat auch schon vor Crazy Heart Filme gemacht. Gute, oscarwürdige Stücke. Und nun wird, in guter Tradition vom letzten Jahr, wieder ein in die Jahre gekommener Underdog ausgezeichnet, der in einem nicht weiter spektakulären Charakterstück zu voller schauspielerischer Größe heranwächst?
Nichts gegen die beiden Herren Rourke und Bridges – aber was zur Hölle fasziniert an diesen heruntergekommenen alten Männern so sehr, dass sie Oscarwürden für Alltagsportraits erhalten? Da hätte man Nadja Uhl für “Sommer vorm Balkon” auch Awards hinterher schmeißen können.
Ihr seht: ich bin zwar ein Fan von realistischeren Filmen als Pretty Woman, aber nicht jedes Alltagsportrait ist eine wahnsinnig herausragende schauspielerische Leistung (genau so wenig übrigens wie nicht jede Darstellung von Vergewaltigungsopfern oder Serienmördern). Schauspielerei ist ihr Job, und den haben sie erledigt. Country-Songs spielend durchs Land ziehen ist für mich noch lange keine Romy Schneider-Leistung.